Runensteine - über 1000 Jahre alte Denkmäler

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Runensteine - über 1000 Jahre alte Denkmäler

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Veröffentlicht von Stefanie Schlosser in Geschichte · 21 April 2022
Tags: Runensteine
Runensteine (schwedisch runsten sg.; runstenar pl.) sind senkrecht stehende Steinblöcke, meist aus Granit oder Gneis, welche Runeninschriften tragen. Runen sind ein Sammelbegriff für die Schriftzeichen der Germanen. Diese sind jedoch bei weitem nicht einheitlich. Unter Runen werden Zeichen verschiedener Alphabete zusammengefasst, die sich außerdem in ihrer zeitlichen und räumlichen Anwendung unterscheiden.
 
Die meisten der schwedischen Runensteine stammen aus der Eisenzeit und sind damit über 1000 Jahre alt. Reiche Leute haben Runensteine ritzen lassen, oft als Andenken an Verstorbene oder jene, die auf lange Reisen gingen. Oder aber es wurden Landbesitzer verewigt. Daher stehen die Runensteine oft an Brücken, Gutseinfahrten oder Wegkreuzungen. Weitere typische Standorte sind an Kirchen oder in der Nähe von Wikingergräbern. Auch entlang der Eriksgatan sind mehrere Runensteine zu finden. Generell sind sie in kultivierter Ackerlandschaft verbreitet, nicht jedoch in dichten Waldgebieten.

Zur damaligen Zeit waren die Ritzungen mit großer Sicherheit auch gefärbt, um besser sichtbar zu sein und Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Heute werden die Runensteine gepflegt, von Bewuchs freigehalten und die Inschriften teilweise mit spezieller Farbe nachgemalt.

Die meisten Runen wurden mit einem breiten Meisel eingeritzt. Selten wurde ein spitzer Meisel verwendet, welcher Löcher in der Mitte der Ritzungen hinterließ. Kaum angewendet wurde die Technik des Ritzens oder Kratzens, die bei den weitaus älteren Felsritzungen zum Einsatz kam.
 
In Sörmland gibt es etwa 400 Runensteine, vor allem nördlich von Nyköping. Damit ist Sörmland die schwedische Provinz mit den zweitmeisten Runensteinen! Nur in Uppland findet man mehr.
 

Abb.1: Runenstein zwischen Runtuna und Aspa (2020).

Dieser Runenstein befindet sich entlang der Straße 223 zwischen Runtuna und Aspa. Die Inschrift berichtet von Gudrun, welche den Stein für Hidin errichten ließ. Dieser sei der Neffe von Sven und in Griechenland gewesen. Die letzte Zeile ist etwas umstritten und könnte wie folgt übersetzt werden: „Möge Christus, allen christlichen Seelen helfen.“



Abb.2: Runenstein vor Schloss Gripsholm, Mariefred (2019).
 
Dies ist einer der berühmtesten Runensteine Schwedens und steht beim Schloss von Gripsholm in Mariefred, Sörmland. Er zeigt einen ungewöhnlich langen Vers in Fornyrðislag, einem altnordischen, stabreimenden Versmaß. Außerdem ist er einer der besonderen Ingvarsteine. In Schweden gibt es 26 Ingvarsteine, welche zum Gedenken an Händler und Krieger errichtet wurden, die bei einer Expedition unter „Ingvar dem Weitgereisten“ zwischen 1036 und 1041 starben. Die meisten der Ingvarsteine stehen in Sörmland und Uppland. Dieser Runenstein bei Gripsholm, wurde Ingvars Bruder oder Halbbruder Harald gewidmet und von einer Frau namens Tola aufstellen lassen. Er gibt viel Information über die damalige Expedition, so zum Beispiel, dass die Truppe anfangs nach Osten loszog und dort „den Adlern Futter gab“ – was soviel bedeutet, wie dass sie eine Schlacht geschlagen und die Opfer auf dem Feld zurückgelassen haben. Das Ornament ist relativ simple, eine Schlange von oben gesehen. Die Ausschmückung liegt hier in der Schrift und den Versen in Fornyrðislag.


Wollt ihr selbst Runensteine in Schweden entdecken? So empfehle ich die Seite www.svenskarunstenar.net. Dort finden sich Karten für die einzelnen Provinzen und darin wiederum Detailkarten, in welchen alle Runensteine verzeichnet sind.

Quellen:


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© Stefanie Schlosser 2021
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