Der Kormoran - ausgerottet und wieder zurück in Schweden

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Der Kormoran - ausgerottet und wieder zurück in Schweden

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Veröffentlicht von Stefanie Schlosser in Natur · 17 Februar 2022
Tags: KormoranNatur
Der Kormoran (Phalacrocorax carbo) gehört zu den Seevögeln und ist mit Ausnahme der Antarktis und Südamerikas überall auf der Welt anzutreffen.
 
In Schweden erstreckt sich der Lebensraum des Kormorans von Süd- und Mittelschweden bis zur Küste von Norrland. Phalacrocorax carbo brütet sowohl in den Schären als auch an einigen Binnenseen, wie dem Mälaren in der Provinz Stockholm. Am häufigsten ist er jedoch entlang der Ostseeküste anzutreffen.
 
Die meisten schwedischen Kormorane überwintern in Südeuropa. Paare bleiben nur eine Saison lang zusammen. Interessanterweise zeigen die Kormorane in den verschiedenen Regionen ein unterschiedliches Brutverhalten. Die Kormorane im Kalmarsund beispielsweise brüten nur in den Kronen von Kiefern, während die Kormorane entlang der Bucht Bråviken direkt auf den Felsen brüten.
 
Taxonomen klassifizieren verschiedene Unterarten. In Sörmland kommt der Kormoran Phalacrocorax carbo in zwei Unterarten vor (P. carbo carbo und P. carbo sinensis), die sehr schwer zu unterscheiden sind und daher meist als eine Art angesehen werden.

Im 19. Jahrhundert brüteten die Kormorane nur in Südschweden. Die Menschen sahen sie als Konkurrenten um Fisch und verfolgten sie bis zu ihrer Ausrottung. Etwa 40 Jahre später siedelten sich wieder einige Kolonien im südlichen Kalmarsund an, von wo aus sich der Kormoran wieder über weite Teile des Landes verbreitete.  

Die schwedische Kormoran-Population ist von 340 Paaren im Jahr 1975 auf 45.000 Paare im Jahr 2006 angestiegen. Je nach Region stagniert sie inzwischen oder geht leicht zurück. 2012 wurden in Sörmland 2.320 Paare in 11 Kolonien gezählt. Im Vergleich zum Höchststand im Jahr 2008 ist der Bestand hier leicht zurückgegangen.

Bei der Komplexität von Ökosystemen ist es kaum möglich, eine einzige Ursache für bestimmte Entwicklungen zu nennen. Viele Umweltfaktoren beeinflussen sowohl das Wachstum als auch die Reproduktionsrate jeder Art. Die Überdüngung der Ostsee zum Beispiel führt zu einem reichhaltigen Nahrungsangebot für Kormorane und fördert so das Wachstum der Population, während die Seeadler sowohl Eier als auch junge Kormorane als gute Nahrungsquelle für sich entdeckt haben. Umweltgifte und die Verschmutzung durch Plastik stellen eine weitere Gefahr für den Kormoran dar. Gegenwärtig kommt Phalacrocorax carbo in einer Vielzahl von Lebensräumen vor und der von der IUCN angegebene Gefährdungsstatus lautet "nicht gefährdet".
 

Abb.1: Kormoran beim Tauchen in Tamaríu, Spanien (Maria Pichlmaier, Stollis Tauchbasis)

Während die Bewegungen des Kormorans an Land etwas klobig sind, ist er ein sehr eleganter Schwimmer, Taucher und Fischer. Sein Gefieder nimmt Wasser auf und minimiert dadurch sowohl den Auftrieb als auch den Widerstand bei der Fortbewegung unter Wasser. Die Federn müssen jedoch nach jedem Tauchgang getrocknet werden. Deshalb sieht man Kormorane oft mit ausgebreiteten Flügeln auf den Felsen sitzen.
 

Abb.2: Kormoran trocknet seine Flügel (Ken Billington; CC-BY-SA 3.0)
 
Verblüffend: Früher wurden große Kormorane zum Fischen eingesetzt! Mit einem Seil um den Hals wurden sie daran gehindert, den Fisch zu verschlucken, der stattdessen von den Fischern in Empfang genommen wurde. In Asien wird diese Praxis immer noch angewandt - heutzutage oft als Touristenattraktion.


Abb.3: Kormoran-Fischer; Eir lake near Dali, Yunan, China (Frédéric Lemaréchal; CC-BY-1.0)

 
Hast Du schon einmal Kormorane gesehen, die mit ausgebreiteten Flügeln am Wasser sitzen? Teile gerne Deine Erfahrungen in den Kommentaren unter dem Artikel.

Quellen:


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