Blaubeere oder Heidelbeere? Was ist der Unterschied?

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Blaubeere oder Heidelbeere? Was ist der Unterschied?

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Veröffentlicht von Stefanie Schlosser in Natur · 20 Januar 2022
Tags: BlaubeereHeidelbeereWaldNatur
Ab Juli-August sind die schwedischen Wälder reich an Blaubeeren – oder Heidelbeeren? Moment, wie war das gleich noch?

Was sind Blaubeeren? Was sind Heidelbeeren? Gibt es überhaupt Unterschiede?
 
Diese beiden Namen werden tatsächlich meist synonym für die dunkelblauen, geschmackvollen Beeren verwendet. Der entscheidende Unterschied besteht nicht zwischen Blaubeeren und Heidelbeeren, sondern zwischen Waldheidelbeeren und Kulturheidelbeeren, die wiederum beide auch als Blaubeeren bezeichnet werden.
 
Die Waldheidelbeere oder Eurasische Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) wächst an Zwergsträuchern, die bis zu 30 Jahre alt werden können. Die Blätter dieses sommergrünen Gewächses färben sich im Herbst rötlich, bevor sie schließlich abfallen und der Strauch in die Winterpause geht. Es ist diese Art, welche über weite Teile Schwedens verbreitet ist und im schwedischen ganz einfach als blåbär (sprich: „blobär“) bezeichnet wird.

Demgegenüber steht die Kulturheidelbeere, welche gemeinhin in Supermärkten zu kaufen ist und als Strauch in Gartencentern angeboten wird. Die verschiedenen Arten der Kulturheidelbeere wurden aus der Amerikanischen Heidelbeere Vaccinium corymbosum gezüchtet und unterscheiden sich, zumindest auf den zweiten Blick, sehr deutlich von den Blaubeeren, welche wir in den schwedischen Wäldern finden können.


Abb.1:  Natürlich vorkommender Größenunterschied bei Waldheidelbeeren.

Am deutlichsten offenbart sich der Unterschied denjenigen, die gerne Heidelbeeren pflücken und direkt vernaschen. Von außen gesehen, fällt nur ins Auge, dass die Kulturheidelbeeren allesamt wesentlich größer sind als ihre wilden Verwandten. Es wird jedoch schnell deutlich, dass der wahre Unterschied im Inneren der Beeren liegt. Während die Waldheidelbeeren innen tiefviolett sind, zeigen sich die gezüchteten Varianten innen weißlich und färben damit weder Kleidung noch Finger, Zähne oder Zunge blau. Was im ersten Moment als praktisch erscheinen mag, ist allerdings weniger von Vorteil, wenn man sich die gesundheitlichen Aspekte genauer ansieht.

Anthocyane sind ein sehr wertvoller Inhaltsstoff der Heidelbeeren. Sie sind nicht nur für die blaue Färbung verantwortlich, sondern wirken auch als entzündungshemmende Antioxidantien im menschlichen Körper. Die weniger gefärbten Kulturheidelbeeren enthalten logischerweise auch deutlich weniger Anthocyane. Außerdem ist der Gehalt and Vitamin C in den gezüchteten Varianten circa um das 10-Fache geringer. Gewiss sind die großen Beeren an den hochwachsenden Sträuchern leichter zu ernten und vor allem auch besser lagerfähig, allerdings sind sie auch weniger intensiv im Geschmack.  
 
Zusammenfassend lässt sich also feststellen, dass Kulturheidelbeeren zwar ein gesunder und wohlschmeckender Snack sind, jedoch nur als 2. Wahl taugen, wenn man Zugang zu wilden Waldheidelbeeren hat. Dieses Superfood – um den in Mode gekommenen Begriff hier treffend zu verwenden – ist nahezu unschlagbar in Bezug auf Geschmack und gesundheitliche Vorteile.
 
Das Jedermannsrecht (Allemansrätten) in Schweden, erlaubt es jedem, frei durch die Wälder zu streifen und nach Herzenslust Beeren und übrigens auch essbare Pilze zu sammeln.
 
Am beliebtesten in Schweden sind Blaubeerpfannkuchen, Blaubeermarmelade, Blaubeer-Pie und natürlich die berühmte schwedische Blaubeersuppe.

Ich persönlich, esse diese wunderbaren Geschenke des Waldes am liebsten pur und unverfälscht, entweder direkt händevoll vom Strauch oder gerne als Bereicherung meines Frühstücks. Was ist Dein liebstes Blaubeergericht? Teil es gerne mit uns in den Kommentaren.


Abb. 2: Blaubeerfrühstück nach meinem Geschmack.



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